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Otto III. (HRR) ArtikelOtto III. (* Mitte Juli 980, Kessel/Maas ; †23. oder 24.01 1002, Paterno , Italien) war deutscher König ab 983 und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches ab 996 bis 1002.
Otto III. ist einer der umstrittensten und schillerndsten Herrscherpersönlichkeiten des deutschen Mittelalter. Schon kurz nach seinem Tod nannte man ihn "Das Wunder der Welt". Seine Idee von einer "Wiederherstellung des Römischen Reiches" (Renovation) scheiterte am Widerstand sowohl in Deutschland als auch in Rom selbst. Allerdings ist in der jüngeren Forschung umstritten, wie weit Ottos Pläne zur Renovatio gingen.
Nicht zuletzt durch seinen frühen Tod mit 21 1/2 Jahren ist schwer zu entscheiden, wie die Entwicklung seiner Ideen fortgeschritten wäre. Die Kontroversen um sein politisches Handeln, die schon zu Lebzeiten des Kaisers begannen, hielten bis in die jüngste Vergangenheit an. Erst Gerd Althoff hat mit seiner Biographie (1) ein neues, an die Quellen angelehntes Bild geschaffen.
Bereits in dem Alter von drei Jahren wurde er in dem Juni 983 in Verona zu dem deutschen König gewählt. Am 25.12 fand die Krönung in Aachen statt. Sein Vater war wenige Tage zuvor gestorben, diese Nachricht erreichte Deutschland jedoch erst wenige Tage nach der Krönung. Heinrich der Zänker, der ewige Widersacher seines Vaters, versuchte umgehend, die Macht in dem Reich an sich zu reißen. Er überspannte den Bogen jedoch, als er sich 984 selbst zu dem König krönen ließ. Er konnte sich nicht als Regent halten und musste die Macht an die Mutter Ottos III., Theophanu, abtreten, die für Otto bis zu ihrem Tod 991 regierte. Danach übernahm seine Großmutter, Adelheid, die Regierungsgeschäfte, bis Otto, fünfzehnjährig, 995 sein Erbe antrat.
Ottos Erziehung in dieser Zeit übernahmen Bernward, der spätere Bischof von Hildesheim, und Johannes Philagathos, der Bischof von Piacenza. Während Otto und Bernward sich immer gewogen blieben, sollte sich Johannes später als Widersacher etablieren.
Im September 994 wird Otto III. auf dem Reichstag in Solingen für volljährig erklärt. Zwei Schauplätze bestimmen die politischen Unternehmungen Ottos: die Erweiterung des Herrschaftsraumes (bzw. die Stabilisierung der bestehenden Verhältnisse) in dem Nordosten, an den Grenzen zu den Sachsen und Slawen. In dieser Region war es schon unter Otto II. wiederholt zu Unruhen gekommen, bei denen sich die Slawen u.a. gegen die Missionierungsanstrengungen aufgelehnt hatten. Wichtiger noch ist aber Italien, insbesondere Rom: Regelmäßig versuchten hier die örtlichen Patrizierfamilien, das Papsttum unter ihre Kontrolle zu bringen. Bereits unter Theophanu hatte Crescentius I. Nomentanus 984 die Wahl von Bonifatius VI. durchgesetzt und 985 Johannes XV. als willenloses Werkzeug eingesetzt. 989 hatte Theophanu bereits einen Romfeldzug unternommen, war aber in dem Großen und Ganzen erfolglos geblieben.
995 führt Otto zunächst einen Feldzug in dem nördlichen Brandenburg (gegen die slawischen Völker der Abodriten und Wilzen ), der bis zur Mecklenburg bei Wismar führt. Waffenhilfe leisten Boleslaw I. von Polen und der Sohn Boleslaws I. von Böhmen.
Otto will sich aber vor allem den Einfluss auf das Papsttum nicht nehmen lassen; er unternimmt 996 einen ersten erfolgreichen Feldzug nach Rom. Crescentius wird verbannt, leistet aber einen Treueid und wird begnadigt; Ottos Cousin Brun von Kärnten wird als Gregor V. auf den Papstthron gesetzt und krönt Otto postwendend am 21.05 996 in dem Petersdom zu dem Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. In dem Juli des Jahres zieht Otto ab.
Kaum ist das passiert, lässt Crescentius Treueid Treueid sein, setzt Gregor V. ab und den Lehrer Ottos, Johannes Philagathos, (unter dem Namen Johannes XVI.) ein.
Februar 997: Auf der vom nicht-mehr-ganz-so-richtig-Papst Gregor V. einberufenen Synode in Pavia wird der Bann über Crescentius verhängt.
Otto unternimmt derweilen erneut einen Feldzug gegen die Elbslawen.
Im Dezember 997 beginnt Otto III. dann einen neuen Italienfeldzug. Anfang des Jahres 998 erreicht er Rom, Crescentius verschanzt sich in der Engelsburg, der Gegenpapst Johannes Philagathos (Johannes XVI.) flieht. Otto III. residiert zwei Monate in Rom, während Crescentius in der Engelsburg festsitzt. Dann Verstärkung der Belagerung, die Engelsburg fällt, Crescentius wird geköpft. Möglicherweise ist die Burg auch nicht "richtig" gefallen, sondern Crescentius wurde unter Sicherheitsgarantien herausgelockt, die dann nicht eingehalten wurden. Auch Johannes XVI. fällt in die Hände der Kaiserlichen, er wird geblendet , verstümmelt (Schandprozession mit Eselsritt) und in ein römisches Kloster überführt. Gregor der V., der in Ottos gefolge nach Rom zurückgekehrt ist, nimmt den Platz auf dem Petersthron wieder ein.
Nach dem Tod Gregors V. sichert Otto 999 die Wahl von Gerbert von Aurillac zu dem neuen Papst, der als Silvester II. dieses Amt antritt.
Zu Beginn des Jahres 1000 trat Otto III. eine Pilgerfahrt in das polnische Gnesen an, um als Büßer das Grab des von ihm hoch verehrten, kurz zuvor als Märtyrer gestorbenen Adalbert zu besuchen. Boleslaw Chrobry, polnischer Herzog, wurde bei dieser Gelegenheit in dem Rang erhöht und zu dem "socius et amicus" des Heiligen römischen Reiches.
Auf dem Weg nach Rom öffnete Otto III. in Aachen das Grab des von ihm hoch verehrten Karl dem Großen, ein Vorgang, der auch bei den Zeitgenossen schon für erhebliches Aufsehen sorgte.
Im August 1000 ist er wieder nach Rom, wo es einen Aufstand gibt. Ottos Bestrebungen, den Einfluss der römischen Machteliten zurückzudrängen, hatten ein Fass zu dem Überlaufen gebracht. Auch hatte Silvester es nicht geschafft, sich einen guten Stand in der Stadt zu verschaffen. - Otto flieht in dem Februar 1001 zusammen mit Silvester II..
Otto III. stirbt zwischen dem 21. und dem 24. Januar 1002 auf der Burg Paterno , gerade einmal 21 Jahre alt und ohne Erben, an Malaria . Seine Leiche wurde durch Erzbischof Heribert von Köln nach Aachen überführt und dort beigesetzt. Sein Cousin, Heinrich II., wurde zu seinem Nachfolger.Otto III. entwickelte die Idee von einem christlichen Universalreich, mit Rom als Hauptstadt (vgl. Restauratio imperii). Vermutlich wurde unter ihm auch mit dem Bau einer Kaiserpfalz auf dem Palatin begonnen.
Buch-Tipp: Die Journalistin. Erotischer Roman Sehr erotisch Der Roman hat weitaus mehr erotische Szenen als Handlung, was mich normalerweise stört. Aber bei diesem Buch sind die Sexszenen so gut beschrieben - sinnlich und gleichzeitig derb - dass ich aus vollem Herzen vier Sterne vergebe. Selten haben mich erotische Szenen so stark angesprochen. ;-) Es geht um Unterwerfung, Auslieferung,... |
- Gerd Althoff, Otto III., Darmstadt 1997.
- Ekkehard Eickhoff, Theophanu und der König, Otto III. und seine Welt, 2. Aufl. Stuttgart 1997
- Ekkehard Eickhoff, Kaiser Otto III. Die erste Jahrtausendwende und die Entfaltung Europas, 2. Aufl. Stuttgart 2000
- Helmut Beumann, Die Ottonen, 5. Aufl., Stuttgart 2000.
- Bernd Schneidmüller/Stefan Weinfurter (Hrsg.): Die deutschen Herrscher des Mittelalters, Historische Porträts von Heinrich I. bis Maximilian I., Verlag C.H. Beck : München 2003, 624 S., 5. Abb., 3 Karten und 7 Stammtafeln.
- Percy Ernst Schramm, Kaiser, Rom und Renovatio, Darmstadt 1962 (Nachdruck von 1929).
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